image

New Zealand, South Island Vol. 2

Ich weiß ich hab lange nix mehr von mir hören lassen. Eigentlich hätte ich schon genug Zeit gehabt was zu schreiben, aber es gab mehrere Dinge, die mich beschäftigt haben und deshalb hatte ich eine kleine Tiefphase… Aber das gehört halt auch zum Backpacken dazu. Es ist nicht immer alles schön und man hat nicht jeden Tag die coolste Zeit seines Lebens… Ist vielleicht auch gut so, denn sonst würde ja kein Backpacker jemals wieder heimkommen 😉

Naja auf jeden Fall flog ich nach Yvette’s und meinem Roadtrip von Auckland nach Christchurch, zurück auf die Südinsel, wo ich mich mit Chris verabredet hatte. Chris und ich hatten uns Wochen vorher mal in Punakaiki kennengelernt und waren in Kontakt geblieben. Und so hatten wir übers Telefon beschlossen einen 200 km langen Track von Nelson Lakes nach Arthurs Pass zu gehen. Hierfür hatte Chris ca. 10-15 Tage eingeplant.

Chris holte mich also vom Flughafen ab und ich kam mit in die WG, in der Chris mit 5 Indern und einer Inderin wohnte und wir lernten uns dann erstmal bissl kennen. Chris hat so wie fast alle meine Travelmates seine ganz eigene, sehr interessante Geschichte. Aufgrund diverser Erlebnisse bzw Ereignisse lebt er jetzt schon seit längerer Zeit vegan, trinkt keinen Alkohol mehr, macht recht viel Sport und hat einfach eine sehr positive und ausgeglichene Einstellung zum Leben. Das fand ich echt mega cool an ihm…

Wir fingen also an unseren Track zu planen, Vorbereitungen zu treffen, Essen einzukaufen usw. Leider machte uns aber das Wetter gehörig einen Strich durch die Rechnung. Da es so viel regnete, waren einige Teile des Tracks überflutet und nicht passierbar… (Im Nachhinein war ich dann ziemlich dankbar dafür weil ich den Track vermutlich nicht wirklich gepackt hätte… Noch nicht 😉 )

Als klar war, dass wir den Track nicht machen können, hingen wir tagelang planlos in Christchurch ab und wussten nicht was wir machen sollen. Da das Wetter in Christchurch recht gut war, beschlossen wir einen kürzeren 3-Tages Track in der Nähe zu machen. Und so nahmen wir am nächsten Tag den Bus zum Highway und battelten uns mit zwei anderen Hitchhikern um die Mitfahrgelegenheiten. Die anderen beiden hatten zwar schneller Glück als wir, aber dafür bekamen wir dann einfach die perfekte Mitfahrgelegenheit. Der Däne,der uns mitnahm, war selbst ein Backpacker und war auch grad auf dem Weg zum wandern und so setzte er uns direkt am Anfang des Mount Somers Track ab. Nachdem wir dann noch schnell was zu Mittag gegessen hatten, machten wir uns dann auch gleich auf den Weg, um den ersten Hut noch vor der Dunkelheit zu erreichen. Leider ging der Track schon gleich mega anstrengend los – total steil, Untergrund Geröll und es war unglaublich windig. Ich hatte die ganze Zeit Angst, dass ich vom Berg geweht werde. Dann wog mein Backpack diesmal auch unglaublich schwere 14 kg, wegen dem ganzen Essen, Kochsachen, Schlafsachen usw und das hatte ich echt total unterschätzt. Dann bekam ich auch noch krasse Kreislaufprobleme. Meine Laune hätte echt nicht besser sein können 😉 Aber Chris motivierte mich immer voll nett, aber ich war dann echt super erleichtert als ich wir den Hut in der Dämmerung erreichten. Und zum Glück lief es am zweiten Tag schon viel besser. Erstmal war das Gelände besser, es war nicht mehr ganz so windig und ich hatte mich auch schon besser an das Gewicht vom Rucksack gewöhnt… Und so konnte ich dann endlich mal die schöne Landschaft genießen :)

image

Am Nachmittag kamen wir dann in meinem absoluten Traum-Hut an. Der lag nämlich neben ein paar interessant aussehenden Felsformationen, in die auch diverse Sportkletterrouten geschraubt sind. Somit wird die kleine Hütte im Sommer hauptsächlich von Kletterern genutzt. Mega toll dort!!! Leider hatten wir natürlich nix zum klettern dabei :( Aber gut, muss ich halt nochmal wieder kommen :) Abends saßen wir dann mit den anderen vier Leuten, die in der Hütte übernachteten, bei Kerzenschein zusammen (Licht gibt es in den Huts nämlich nie) und es wurden “Dark Legends” aus Neuseeland zum besten gegeben – super sag ich da nur, in der Nacht konnte ich natürlich nicht schlafen weil ich ständig die ermordeten Wanderer und Hitchhiker im Kopf hatte 😀 In der Früh sah ich dafür dann aber den wohl schönsten Sonnenaufgang meines ganzen Lebens. Der Himmel war blutrot gefärbt und je mehr die Sonne aufging desto mehr wurden die Felsen in ein orangerot getaucht. Das sah echt unbeschreiblich schön aus!!!

image

image

An diesem Tag machten wir uns dann schon wieder auf den Weg zurück in die Zivilisation und hatten unseren Ride zurück nach Christchurch zum Glück auch schon im Hut klarmachen können… Das war mir echt sehr recht angesichts der tollen Geschichten 😉

Danach saßen wir dann wieder ein paar Tage in Christchurch herum, bevor wir dann beschlossen ein Auto für 10 Tage zu mieten und einen Roadtrip zu machen. Und wir haben echt schöne Sachen gesehen und das Wetter war völlig gegen den Wetterbericht meistens gut, wenn auch recht kalt…

image
Schön gemütlich mit dem Schlafsack im Auto 😀

image
Im Arthur’s Pass Nationalpark

image
War wunderschön dort, leider hat es geregnet, sodass wir keinen Track machen konnten :(

image
Aber muss man halt Sachen machen, die man schon als Kind toll fand 😉

image
Castlehill, feinstes Bouldergebiet, aber leider auch alles nass :(

image
Auf dem Weg zum Mount Cook wurde das Wetter dann schon besser…

image
Mount Cook Nationalpark

image
Mount Aspiring Nationalpark

image
Wunderschön!!! Mit viel Schnee auf dem Weg zum Gletscher.

image
Rob Roy’s Glacier. Nicht so riesig wie ich ihn mir vorgestellt hatte, aber trotzdem mega beeindruckend

Als wir beide mal einen Tag lang was getrennt machen wollten, hab ich Mount Roy bestiegen (Roy’s Peak). Das ist ein 1.581 Meter hoher Berg mit der echt schönsten Aussicht, die ich in Neuseeland gesehen habe und das Wetter war auch noch gigantisch. Einfach perfekt :)

image

image

image

Im Nachhinein betrachtet wäre es wohl besser gewesen das Auto nicht so lange zu mieten, da wir uns irgendwann gewaltig auf die Nerven gegangen sind. Wir hatten zwar echt auch ne coole Zeit zusammen, aber ich vermute wir beide würden nicht nochmal zusammen reisen… Und wir haben am letzten Abend dann beide festgestellt, dass es für Mann und Frau schwer ist, miteinander zu reisen, wenn man kein Tete a Tete miteinander hat oder schon vorher befreundet war… Man sitzt halt enger zusammen als in jeder Beziehung und das bringt einfach Probleme mit sich… Aber so war es wenigstens eine Erfahrung, genauso, wie sich fast drei Wochen vegan zu ernähren. Ich muss sagen es ist mir echt leichter gefallen als gedacht und hat mir auch echt super gut geschmeckt. Trotzdem hab ich es unglaublich genossen, als ich anschließend wieder meine eigenen Sachen essen konnte 😉 Veganerin werde ich wohl definitiv nicht… Sorry Chris, sorry Mama 😉

Während des Roadtrips wurde das Wetter immer kälter und ich wurde mir immer unsicherer ob ich den Heaphy Track wegen dem ich ja eigentlich u.a. nochmal auf die Südinsel gekommen war noch machen wollte oder nicht. Und so machte ich das, was mir Yvette schon mal geraten hatte, als ich mir wegen was unsicher war “flip a coin”… Und die Münze entschied dann, dass ich Neuseeland verlassen soll :) So buchte ich gleich mal meine nächsten Flüge :) Ich mag es irgendwie eine Münze zu werfen, das ist voll spannend, man hält den Atem an und wenn man das Ergebnis nicht gut findet, hat man auch rausgefunden was man wirklich will 😀

Und so brachten Chris und ich am Ende unseres Roadtrips das Auto zurück zum Flughafen und verabschiedeten uns voneinander. Für mich ging’s zurück nach Melbourne und für Chris erst in ein paar Wochen zurück nach Deutschland. Ich muss sagen, richtig traurig sieht irgendwie anders aus, aber trotzdem denk ich wir werden uns bestimmt mal in Deutschland wiedersehen und dann müssen wir ja auch nicht 3 Wochen aufeinander hängen 😉

Abschließend kann ich nur sagen: Neuseeland war einfach gigantisch!!! Auch wenn ich nicht zur besten Jahreszeit da war, es oft kalt war und geregnet hat, hat sich die Reise mehr als nur gelohnt. Dieses Land hat mich einfach wieder mega glücklich gemacht und unglaublich viele tolle Menschen in mein Leben gebracht. Manche davon sind Freunde für’s Leben, da bin ich mir sicher :) Und ich weiß jetzt schon, das ich wieder komme, nur das nächste Mal auf jeden Fall im Sommer 😛